Selektive Abstraktion ist der Prozess, einen, normalerweise negativen, Aspekt aus einer größeren Erfahrung herauszunehmen und den Rest zu ignorieren. Es wird auch oft als „mentaler Filter“ bezeichnet. In Wirklichkeit sind Momente im Leben selten ganz gut oder ganz schlecht. Selektive Abstraktion geschieht oft unbewusst und verstärkt unsere (negativen) Gedanken und Überzeugungen. Glücklicherweise gibt es keinen Grund zur Sorge; indem wir selektive Abstraktion erkennen, können wir beginnen, Situationen so zu sehen, wie sie sind.
Häufige Beispiele
Stellen Sie sich eine Lehrerin mit über 20 Jahren Erfahrung vor. Eines Tages, am Ende eines Schuljahres, verteilt sie Umfragen an alle ihre Schüler. Die meisten Umfragen kommen mit Lob und hohen Bewertungen zurück. Doch sie ist erschüttert, als sie eine Bewertung erhält: 1 Stern. In der Umfrage wird sie als die langweiligste Lehrerin der Schule bezeichnet. Anstatt die Kombination der Bewertungen zu sehen, beginnt sie zu denken: „Ich muss langweilig sein.“ Sie konzentriert sich auf einen Aspekt des Ereignisses und ignoriert alle anderen, als ob sie nie passiert wären.
Auswirkungen auf Ihre Gesundheit
Gefühle und Verhaltensweisen wie selektive Abstraktion sind äußerst verbreitet. Wir denken, dass wir gute Arbeit leisten, indem wir uns auf die negativen Aspekte konzentrieren, wahrscheinlich weil diese Aspekte Dinge sind, die wir verbessern können. In Wirklichkeit kann es uns jedoch von der Wahrheit abbringen und zu einem niedrigeren Selbstwertgefühl beitragen. Wie Sie sich denken können, ist selektive Abstraktion auch eine sehr häufige kognitive Verzerrung bei Perfektionisten.
Korrektur
Versuchen Sie, dieses Verhalten zu erkennen, indem Sie Ihren Blick sowohl auf die positiven als auch auf die negativen Aspekte Ihrer Erfahrungen öffnen. Es kann hilfreich sein, ein Tagebuch zu führen, da dies sich als gute Übung erwiesen hat, um sowohl das Gute als auch das Schlechte zu reflektieren. Wenn etwas Schlechtes passiert, denken Sie daran, dass Sie keine schlechte Person sind. Für jede negative Sache, die passiert, geschehen ebenso viele, wenn nicht sogar mehr positive Dinge.

